Dzi¶ jest  niedziela 05.02.2012, Imieniny : Agaty, Filipa, Justyniana
Tarczyn

Tarczyn wurde zum ersten Mal 1254 schriftlich erwähnt. Der Ort lag günstig an der Kreuzung der Handelswege von Radom nach Warschau und Zakroczym und von Lublin durch £owicz nach Posen. 1353 verlieh der Herzog Masowiens, Kazimierz I., dem Ort die Magdeburgischen Stadtrechte. Der Herzog stiftete auch die St. Nikolauskirche. Im 16. Jahrhundert wurde Tarczyn zur Kreisstadt. Ähnlich vielen anderen polnischen Orten wurde auch diese Stadt beim Einfall der Schweden Mitte des 17 Jahrhunderts völlig geplündert. Auch ein großer Brand im Jahr 1704 richtete große Schäden in der Stadt an. 1869 wurden der Stadt aufgrund eines Zarenerlasses die Stadtrechte wieder genommen. Seit 1953 verläuft eine Bahnlinie durch Tarczyn, die die Stadt mit Skierniewice und Pilawa verbindet. 1966 wurden die Masowischen Obst- und Gemüse-Verarbeitungsbetriebe gegründet. Seit dem 1 Januar 2003 besitzt Tarczyn wieder den Status einer Stadt.


Die St. Nikolauskirche aus Backstein hat ihre Anfänge in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts. In den Jahren 1623–30 unterzog man die Kirche dank der Bemühungen des königlichen Sekretärs Gabriel Prowansjusz einem gründlichen Umbau. Aus dieser Zeit stammt das Taufbecken aus rotem Marmor, worauf der Wappen des Stifters zu sehen ist. Die nächste Kirchenrenovierung wurde 1840–42 durchgeführt. Dem Innenraum der Kirche ist der gotische Charakter erhalten geblieben, obwohl auch die späteren Barockelemente den Raumeindruck prägen. Hier finden sich Epitaphe von Kazimierz Jan Szczuka, dem Bischof von Che³mno, von Marcin Dêbski, dem Burggrafen und Vizestarosten von Czersk sowie von Gabriel Prowansjusz, dem königlichen Sekretär. Aus dem 17 Jahrhundert stammt der barocke Orgelprospekt, die Kanzel hingegen aus dem 18. Jahrhundert. Auf dem Kirchenfriedhof befinden sich u.a. die Gräber von Józef Godlewski, Oberst der polnischen Armee, mit seiner Familie, und von Stefan Rostkowski. Diese gut erhaltenen Grabmale stammen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Der Glockenturm wurde 1842 errichtet und in klassizistischer Manier an die Kirchenmauer angebaut.


Das ehemalige Landgut ist ein Gebäude vom Anfang des 19. Jahrhunderts; hier befand sich das Postamt. Die Post Nr. 11 in Tarczyn war eines der ersten Ämter im Polnischen Königreich. Das Landgut war eine der wichtigsten Stationen auf der Strecke über Grójec nach Krakau. Hier befand sich eine Pferdestation für Postkutschen, ein Nachtquartier und ein Wirtshaus für die Postillione.


Der Pfarrfriedhof wurde um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert angelegt. Nur wenige alte Gräber sind hier erhalten geblieben. Zu einem der ältesten gehört das Grab des 1873 verstorbenen Stanis³aw August Woyde. Er war der letzte Bürgermeister Tarczyns, bevor der Ort seine Stadtrechte verlor. Unter den übrigen alten Grabsteinen sind die von Stanis³aw B³êdowski, Franciszek Kornatowski und Franciszek £obodowski erwähnenswert. Der Friedhof beherbergt auch ein Sammelgrab von gefallenen Aufständischen aus dem Jahr 1863 sowie Gräber der Priester von Tarczyn. Unter ihnen ruht ein Held des zweiten Weltkriegs, der Priester Czes³aw Oszkiel.

 

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