Dzi¶ jest  niedziela 05.02.2012, Imieniny : Agaty, Filipa, Justyniana
Piaseczno

Piaseczno ist eine Gründung nach dem Recht von Che³mno aus dem Jahre 1429. 1526 wurde die Stadt, nachdem Masowien Teil des Königreichs Polen wurde, Eigentum der polnischen Könige. Im Jahre 1578 bekam sie endgültig die Stadtrechte. Die folgenden Jahrhunderte brachten Piaseczno Kriege und Brände, die deutliche Verwüstungsspuren hinterlassen haben. Im 19. Jahrhundert entstanden in der Nähe von Piaseczno deutsche Siedlungen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildete sich in Piaseczno eine jüdische Gemeinde. Im Dezember 1919 fand die erste allgemeine Wahl eines Stadtrats statt. In den dreißiger Jahren entstehen infolge der Parzellierung der Landgüter Wilanów und Wólka Kozodawska die Siedlungen Adamów Zalesie sowie die Städte Las Zalesie und Ogród Zalesie, die heute sie den Stadtteil Piaseczno–Zalesie Dolne bilden. 1934 wurde die Breitspurbahn von Warschau über Piaseczno nach Radom in Betrieb genommen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebt die Stadt eine Zeit der rapiden industriellen Entwicklung; gegründet werden der Sendelampenbetrieb „Lamina“ sowie die Betriebe für Farbbildröhren „Polkolor“. 1952 erfolgte die Gründung des Landkreises Piaseczno (Piaseczyñski-Kreis), der 1975 wieder aufgelöst wurde. 1999 wird Piaseczno erneut zur Kreisstadt. Seit den neunziger Jahren erlebt die Stadt eine dynamische Entwicklung in den Bereichen Industrie, Dienstleistungen und Wohnungsbau.


Die St. Annenkirche, ein spätgotischer Bau aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, weist typische Elemente der Renaissancearchitektur auf. Der Innenraum ist im Barockstil erhalten: Den Hauptaltar ziert ein Bild mit der Darstellung der Dreifaltigkeit. Die beiden Seitenaltare stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In dem links vom Mittelschiff gelegenen Altar befindet sich der Kultaltar der Piaseczyñska-Gottesmutter mit Kind. Das Mitte des 18. Jahrhunderts auf einem Brett gemalte Bildnis schmücken silberne Kleider. Aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt auch das Taufbecken aus Holz und der Kruzifix in Gestalt der Maria Magdalena. Das wertvollste Objekt ist jedoch die Figur Christi am Kreuz vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Sie befindet sich in der Kapelle, die in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts an der Nordseite der Kirche angebaut wurde.


Das Pfarrhaus wurde um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert an der Stelle des früheren, 1794 zerstörten Pfarrhauses gebaut. Heute hat hier das Regionalmuseum seinen Sitz (Tel. 737 23 99, geöffnet Do. und Fr. von 10–18 Uhr und Sa./So. von 9–15 Uhr).


Das Rathaus wurde 1823–24 in klassizistischem Stil von Hilary Szpilowski erbaut. Am Rathausturm wurde ein Halbmond befestigt, zur Erinnerung an einen türkischen Gesandten, der 1777 in Piaseczno weilte.


Das Landhaus, die sogenannte Poniatówka, liegt auf dem Gebiet des Stadtparks. Gebaut bzw. wiederaufgebaut wurde es höchstwahrscheinlich Anfang des 19. Jahrhunderts nach den Verwüstungen, die die russischen Truppen 1794 hier hinterlassen hatten. Der ursprüngliche Bau wird Franciszek Ryx zugeschrieben, der seit 1774 das Amt des Starosten von Piaseczno innehatte. Im Jahre 1891 kaufte Cecylia Plater-Zyberkówna das Landgut Chyliczki, zusammen mit dem dazugehörigen Landhaus. Darin entstand eine Mädchenschule für Landwirtschaft. In der Folgezeit wurde das Haus für Wohnungen der Lehrer und später der Schülerinnen der Schule genutzt.


Der Palast, wie das neoklassizistische Schulgebäude genannt wird, wurde 1899–1901 erbaut. Hier fand die von Cecylia Plater-Zyberkówna gegründete Mädchenschule für Landwirtschaft ihren neuen Sitz.


Der Bahnhof der Schmalspurbahn wurde 1914 von Konstanty Sylwin Jakimowicz gebaut. Auf dem Gebiet der Station „Piaseczno Miasto W±skotorowe“ (Piaseczno Schmalspurbahn) befinden sich noch die Gebäude des Maschinenraums und der alten Bahnwerkstätte. 1898 begann man mit dem Bau der Gleise, deren Spurweite 1000 mm betrug. Im Jahre 1900 verkehrte die Bahn von Warschau über Piaseczno nach Góra Kalwaria und Go³ków. 1911 wurde mit Hilfe belgischen Kapitals die Aktiengesellschaft der Warschauer Eisenbahnstrecken gegründet, was viele Investitionen ermöglichte. So wurden die vorhandenen Linien umgebaut und ein neuer Fuhrpark erworben. 1912 begann man mit dem Bau der Linie von Go³ków nach Grójec und Jasieniec. 1926 kam die Strecke nach Nowe Miasto hinzu. Mit der Entwicklung der Fahrzeugindustrie und des Busverkehrs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann die Schmalspurbahn als Transportmittel an Bedeutung zu verlieren. Im Jahre 1991 wurde der Personenverkehr, fünf Jahre später der Gütertransport eingestellt. Die Bahn wurde unter Denkmalschutz gestellt. Heute steht sie Touristen als Ausflugsbahn zur Verfügung oder kann privat gemietet werden. Informationen zu allen organisierten Veranstaltungen erteilt die Gesellschaft der Schmalspurbahn Piaseczno (Piaseczyñskie Towarzystwo Kolei W±skotorowej), Ulica Sienkiewicza 14, Tel. 022/756 76 38, info@kolejka-piaseczno.com, www.kolejka-piaseczno.com.


Der Pfarrfriedhof wurde im 18./19. Jahrhundert angelegt. Das älteste erhaltene Grabmal ist das von Feliks Deskur, des 1808 verstorbenen Oberleutnants des 1. Regiments der Leichten Reiter. Das Grab wurde im klassizistischen Stil aus Sandstein und Marmor gestaltet. In dem älteren, nördlichen Teil des Friedhofs sind auch andere Gräber aus dem 19. Jahrhundert erhalten, etwa von Józef Korczyc, Andrzej Szymoñski, Jan Andrzejewski oder Kazimierz Ma³achowski. In einem Steingrab liegen hier ebenfalls 12 Aufständische von 1863; das Grab wurde 1918 von den Einwohnern nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens gestiftet.


Der jüdische Friedhof wurde noch außerhalb der Stadtgrenzen gegründet (heute Ulica Tuwima). Seine Entstehung geht auf die Gründung der jüdischen Gemeinde in Piaseczno in den Jahren 1869–70 zurück. Außerdem konnten die Juden aus Piaseczno nicht mehr in Nadarzyn begraben werden. Auf dem Friedhof sind 17 Grabplatten erhalten geblieben. Die älteste stammt von 1889. Darauf ist in hebräischer Sprache eingraviert: „Mein rechtschaffener Mann ist den Weg der Gerechten gegangen und hat alle Tage seines Lebens Gutes gewirkt. Der gottesfürchtige Lehrer, Rabbi Lejzor, Sohn des Rabbis Mosze Malewi. Gestorben am 8. Ijjar im Jahre 649 nach verkürzter Zeitrechnung (1889)“.

 

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