Dzi¶ jest  niedziela 05.02.2012, Imieniny : Agaty, Filipa, Justyniana
Geschichte

Der Landkreis Piaseczno wurde am 1. Juli 1952 gegründet. Er war einer von vier Kreisen, die aus der Auflösung des Kreises Warschau entstanden. Er umfasste die Städte Piaseczno und Skolimów-Konstancin und die Gemeinden Falenty, Jeziorna und Lesznowola, alle aus dem früheren Kreis Warschau. Teil des neuen Kreises wurde auch Góra Kalwaria mitsamt den Gemeinden Czersk, G³osków, Jazgarzew, K±ty, Sobików und Wola W±grodzka, die bis dahin dem Kreis Grójec zugehört hatten, sowie die Gemeinde Mroków aus dem Kreis Grodzisk Mazowiecki (früher B³oñie). Der Kreis wurde infolge der Verwaltungsreform vom 31. Mai 1975 aufgelöst und am 1. Januar 1999 in seinen ehemaligen Grenzen ohne die Gemeinde Raszyn wieder ins Leben gerufen.


Der älteste Ort im Landkreis ist Czersk. Er erhielt die Stadtrechte Mitte des 14. Jahrhunderts, bestätigt wurden sie 1386. Im Jahre 1869 verlor die Stadt die Rechte wieder. Piaseczno ist seit 1429 eine Stadt, Tarczyn seit 1353 und Góra Kalwaria seit 1670. Skolimów-Konstancin wurde 1952 zur Stadt, Jeziorna 1962. Die beiden Orte wurden am 1. Januar 1969 zu der Stadt Konstancin-Jeziorna zusammengefasst.


Das Gebiet des heutigen Landkreises Piaseczno gehörte bis 1526 dem Herzogtum Masowien an, dann wurde es dem Königreich Polen als Teil der Wojewodschaft Masowien eingegliedert. Bis 1795 lag der nördliche Teil in den Grenzen Warschaus, der südliche gehörte teilweise zu Czersk (die Grenze verlief entlang dem Fluss Jeziorka), teilweise zu den Landkreisen (damals Gerichtsbezirken) Czersk, Tarczyn und Warschau.


Die Hauptstadt dieses Gebietes, Czersk, war Ort der Gerichtsversammlungen, den sogenannten Roki. Hier fanden die Kreistage des Adels statt. Nach der 2. Teilung Polens im Jahre 1795 verlegten die Preußen die Gerichte Czerks nach Góra. Hier wurde das Friedensgericht des Kreises Czersk gegründet. Für Piaseczno und die anderen Orte im Kreis Warschau waren das Friedensgericht des Kreises und der Stadt Warschau zuständig. 1845 verlegte man das Friedensgericht von Góra nach Grójec.


Vor den Teilungen Polens gehörten die Pfarreien des südlichen Masowien der Posener Diözese (dem Erzdiakonat Masowien) an, nach 1798 der neugegründeten Diözese Warschau. Heutzutage sind die Kreisgebiete geteilt zwischen den Dekanaten Czersk, Konstancin und Piaseczno, innerhalb der Erzdiözese Warschau.


In dem Zeitraum zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert wurden Czersk und Piaseczno mitsamt den benachbarten Dörfern zu sogenannten nichtstädtischen Starosteien. Diese den königlichen Gütern angehörenden Gebiete verpachtete man den Starosteien. Die Dörfer Jeziorna und Okrzeszyn lagen innerhalb der Warschauer Starostei. Die Stadt Góra war in den Jahren 1670–1795 eine Kirchenstadt im Besitz der Bischöfe von Posen und wurde das Neue Jerusalem genannt. Die restlichen Orte waren in Adelsbesitz.


In den Jahren 1796–1814 gehörte Piaseczno dem Landkreis Warschau an, Czersk und Góra dem Landkreis Czersk mit Sitz in Grójec. Seit 1815 waren alle diesen Orte Teil eines Bezirks, von 1842 bis 1867 dann des Kreises Warschau. In den Jahren 1867–1879 war Góra Kalwaria Kreisstadt (des Górnokalwaryjski-Kreises), bis die Stadt dem Kreis Grójec angeschlossen wurde. Die restlichen Orte befanden sich innerhalb der Kreise Grójec, Warschau und B³onie.


Im 19. Jahrhundert entstanden die Verwaltungen der Staatsgüter (der ehemaligen Königsgüter), die sogenannten Nationalen Ökonomien in Lesznowola und Potycz. Czersk, Piaseczno und Góra wurden zu Landesstädten.


Nach dem Januaraufstand im Jahre 1869 wurden Piaseczno, und 1883 dann auch Góra Kalwaria, von den zaristischen Verwaltern ihrer Stadtrechte beraubt. Erst 1916 erhielten sie ihre Rechte von der deutschen Besatzungsverwaltung zurück. Kraft des Zarengesetzes von 1864 wurde die Leibeigenschaft abgeschafft und die Bauer bekamen ihre Grundstücke als Eigentum. Aus diesem Grund schrumpfte das Gebiet des staatlichen Guts zusammen.


Durch das Gebiet des heutigen Landkreises verliefen seit dem Mittelalter zwei Transportwege, der von Warschau über Jeziornê nach Czersk und der sogenannte Warecki-Trakt von Warschau über Piaseczno nach Warka mit einer Abzweigung nach Czersk. In der zweiten Dekade des 19. Jahrhunderts kam der Pu³awski-Regierungstrakt hinzu (der nach 1845 Nowoaleksandryjski-Trakt hieß), an den noch die heutige Ulica Pu³awska erinnert. Nach Fertigstellung der neuen Straße verlor der alte Warecki-Trakt an Bedeutung und wurde zu einer normalen Ortsstraße.


Die Stadt Góra, seit 1867 Góra Kalwaria, war seit dem Beginn Kongresspolens bis Ende 2001 Garnisonsstadt. Hier waren verschiedene Armeeinheiten stationiert; in der zweiten Dekade des 20. Jahrhunderts war sie Sitz der Zentralschule der Grenzwache.


Jahrhundertelang lebte die Bevölkerung von Handwerk, Landwirtschaft und Handel. Am Fluss Jeziorka arbeiteten Wassermühlen. Im Jahre 1760 enstand in Jeziorno eine Getreide-Papiermühle, aus der die Papierfabrik hervorging. In den Landgütern wurden Brauereien, Brennereien und Ziegeleien errichtet, die für den regionalen Markt produzierten.


Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurden Schmalspurbahnen von Warschau u.a. nach Góra Kalwaria gebaut. Bis heute ist eine historische Strecke erhalten, die von Piaseczno über Grójec nach Nowe Miasto an der Pilica im Landkreis Grójec verläuft. Die Linie ist 72 km lang; der reguläre Personenverkehr wurde 1991, der Gütertransport 1996 eingestellt.

Im 20. Jahrhundert wurden zwei Bahnlinien gebaut, die den heutigen Kreis Piaseczno durchqueren: Warschau – Radom – Krakau im Jahre 1934 und Skierniewice – £uków (mit der Weichselbrücke in Góra Kalwaria) im Jahre 1953.


Große Verwüstungen im Kreisgebiet hinterließen der Einfall der Schweden (die Burg in Czersk wurde damals zur Ruine), die Nordischen Kriege Anfang des 18. Jahrhunderts und der Ko¶ciuszko-Aufstand. Die größte Schlacht auf diesem Gebiet, aus der kein Sieger hervorging, fand am 9. und 10. Juli 1794 zwischen polnischen und russischen Truppen bei Go³ków statt.


Auch im Ersten Weltkrieg war die Gegend Schauplatz schwerer Kämpfe. Von den russisch-deutschen Gefechten im Herbst 1914 und im Sommer 1915 zeugen zahlreiche Soldatenfriedhöfe, die über das ganze Gebiet verstreut sind.


Der Zweite Weltkrieg hinterließ schmerzhafte Spuren im Gebiet des ganzen Landkreises. Während des Septemberfeldzugs rollten hier polnische und deutsche Truppen vorbei. Im Herbst 1940 wurden die einheimischen Juden gefangen genommen und in Ghettos in Piaseczno und Góra Kalwaria gesperrt. Im Februar 1941 verlegte man sie ins Warschauer Ghetto. An ihrer Stelle siedelten die Besatzer polnische Familien an, die aus dem in das Deutsche Reich eingegliederten Pommern vertrieben wurden. In den Chojnowskie-Wäldern fanden die Partisanentruppen Schutz; während des Warschauer Aufstandes wurden die Wälder zu ihrem Rückzugsgebiet. An die tragische Kriegsereignisse erinnern zahlreiche Denkmäler und Gedenktafeln.


Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Landkreis Piaseczno gehören die Burgruinen in Czersk aus dem 15. Jahrhundert, die Kirchen in Piaseczno, Góra Kalwaria, Pra¿mów und S³omczyn, die Rathäuser in Piaseczno und Góra Kalwaria, die Gutshäuser aus dem 19. Jahrhundert u.a. in Piaseczno-Chyliczki, G³osków, Wola Go³kowska, Brze¶ce, Turowice, Obory, Pra¿mów und Wola Pra¿mowska, die Mühlen in Linin und £êg, die ältesten römisch-katholischen Friedhöfe sowie die jüdischen Friedhöfe in Piaseczno und Góra Kalwaria, die ehemalige Papierfabrik in Konstancin-Jeziorna und einige Villen in Piaseczno-Zalesie Dolne, Konstancin-Jeziorna und Zalesie Górne. In Czersk hat sich das mittelalterliche Stadtbild erhalten.


Das heutige Kreisgebiet gehörte bis zu den polnischen Teilungen der Wojewodschaft Masowien an. Im Zeitraum 1796–1806 wurde es dem Warschauer Departement der Provinz Südpreußen eingegliedert, zu dem es auch in der Zeit des Warschauer Herzogtums, von 1807 bis 1814, gehörte. In den Jahren 1815–1837 war es Teil der Wojewodschaft Masowien im polnischen Königreich, in den Jahren 1837–1845 gehörte es zum Gouvernement Masowien und zwischen 1845–1915 zum Gouvernement Warschau. Unter der deutschen Besatzung im Ersten Weltkrieg (1915–1918) gehörte das Gebiet zum Warschauer Generalgouvernement. Im freien Polen lag es innerhalb der Warschauer Wojewodschaft, während des Zweiten Weltkriegs im Warschauer Distrikt des Generalgouvernements. Zwischen 1945 und 1975 war es Teil der Wojewodschaft Warschau, in den Jahren 1975–1998 der Wojewodschaft der Hauptstadt Warschau, seit Anfang 1999 schließlich gehört es der Wojewodschaft Masowien an.


Ewa Bagieñska und W³odzimierz Bagieñski

 

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